Die Suche nach einem Kleingarten scheitert selten an der
Verfügbarkeit — sondern oft an der falschen Strategie. Viele Bewerber
warten passiv auf eine Rückmeldung. Wer aktiv vorgeht, kommt schneller
zum Ziel. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du dich richtig bewirbst.
Schritt 1: Die richtigen
Vereine finden
Bevor du dich bewirbst, such gezielt nach Vereinen, die zu deinen
Anforderungen passen. Überlege vorher:
- Wie weit bist du bereit zu fahren? (10 Minuten mit dem Rad vs. 30
Minuten mit dem Auto) - Wie groß soll die Parzelle sein? (150 m² für Solo, 300–400 m² für
Familie) - Welches Budget hast du für die Übernahme? (Laube, Bepflanzung)
- Möchtest du aktiv am Vereinsleben teilnehmen?
Nutze unser Verzeichnis, um Vereine in deiner Stadt zu finden. Wähl
mehrere — eine Bewerbung bei nur einem Verein ist selten
erfolgreich.
Schritt 2: Die erste
Kontaktaufnahme
Der erste Kontakt ist entscheidend. Du kannst per E-Mail, Telefon
oder persönlichem Besuch anfragen. Persönlicher Besuch ist am
wirkungsvollsten — viele Vergaben laufen nicht über offizielle
Wartelisten, sondern über direkte Bekanntschaft.
Mustervorlage für eine
E-Mail-Anfrage
Betreff: Anfrage zur Parzellenverfügbarkeit / Warteliste
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Interesse habe ich Ihre Anlage [Name des Vereins]
kennengelernt. Ich suche seit [Zeitraum] nach einer Parzelle in
[Stadtgebiet/Stadtteil] und würde mich sehr freuen, Teil Ihres Vereins
zu werden.
Über mich: Ich bin [Name], [Alter] Jahre alt, und lebe in
[Stadtteil]. Ich habe [ggf. Gärtnererfahrung / Bezug zur Natur] und bin
bereit, Gemeinschaftsstunden zu leisten und die Gartenordnung
einzuhalten.
Meine Vorstellung: Eine Parzelle von ca. [Größe] m², [mit / ohne]
bestehende Laube.
Können Sie mir mitteilen, ob aktuell Parzellen verfügbar sind oder ob
eine Eintragung in die Warteliste möglich ist?
Mit freundlichen Grüßen, [Name] [Telefonnummer] [E-Mail]
Schritt 3: Der erste
Vereinsbesuch
Wenn du eine Einladung zur Besichtigung bekommst oder einfach
vorbeigehst — der erste Eindruck zählt. Vereinsvorstände schätzen
Bewerber, die:
- Pünktlich und vorbereitet sind
- Echtes Interesse am Gärtnern zeigen (nicht nur am Grillen)
- Die Gartenordnung vorher gelesen haben
- Fragen stellen, die zeigen, dass sie den Aufwand verstehen
- Bereit sind, Gemeinschaftsstunden zu leisten
Diese Fragen
solltest du beim Besuch stellen
- Wie hoch ist der jährliche Beitrag inkl. aller Umlagen?
- Wie viele Pflichtarbeitsstunden gibt es pro Jahr — und kann man sie
ablösen? - Was sind die Wasserkosten und wie werden sie abgerechnet?
- Ist Strom auf der Parzelle vorhanden?
- Wer taxiert die Laube, und wann bekomme ich den
Taxierungsbericht? - Gibt es eine aktive Vereinsgemeinschaft (Feste,
Arbeitseinsätze)?
Schritt 4: Mehrere
Bewerbungen parallel
Bewirb dich bei 5–10 Vereinen gleichzeitig. Das ist nicht nur erlaubt
— es ist die einzig realistische Strategie. Sobald du eine Parzelle
unterschreibst, sagst du den anderen Vereinen ab. Du bist zu nichts
verpflichtet, bevor der Unterpachtvertrag unterschrieben ist.
Häufige Fehler bei
der Kleingarten-Bewerbung
- Nur einen Verein kontaktieren — viel zu passiv
- Per E-Mail bewerben und dann nicht nachfragen — Follow-up ist
wichtig (nach 2–3 Wochen) - Den Taxierungsbericht nicht kritisch prüfen — immer lesen und ggf.
hinterfragen - Ablöse ohne Vertrag zahlen — niemals Geld ohne schriftliche
Grundlage übergeben - Gartenordnung unterschätzen — sie regelt viel: Laubengröße,
Anbaufläche, Tierverbote, Ruhepflichten - Zu wählerisch sein — wer auf den “perfekten” Garten wartet, wartet
oft jahrelang
Wann ist die beste
Zeit für die Bewerbung?
Herbst ist die aktivste Zeit für Parzellenwechsel: Von September bis
November geben viele Gärtner ihre Parzellen ab — entweder weil sie
aufhören oder weil es die letzte Saison war. Wer im Herbst aktiv sucht,
hat die besten Chancen auf eine freie Parzelle zum Frühjahr.
💡 Fazit: Wer aktiv sucht, mehrere Vereine anschreibt und persönlich
vorbeischaut, findet deutlich schneller eine Parzelle als jemand, der
nur auf Wartelisten eingetragen ist und wartet.