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Ratgeber 7 min Lesezeit 10. Februar 2025

Was kostet ein Schrebergarten? Alle Kosten & Preise 2025

Pacht, Jahresbeitrag, einmalige Übernahmekosten und laufende Ausgaben — ein vollständiger Überblick über alle Kosten eines Kleingartens in Deutschland.


Du träumst von einem eigenen Stück Grün in der Stadt, weißt aber nicht, was dich ein Schrebergarten wirklich kostet? Gute Nachricht: Kleingärten sind im Vergleich zu anderen Freizeitimmobilien erschwinglich — wenn man weiß, worauf man achten muss. Dieser Ratgeber schlüsselt alle Kostenpunkte transparent auf.

Monatliche Pachtkosten: So günstig ist ein Kleingarten

Der wichtigste laufende Kostenpunkt ist die Pacht. Sie wird pro Quadratmeter und Jahr berechnet und variiert je nach Bundesland und Verein erheblich. Der gesetzliche Rahmen ist durch das Bundeskleingartengesetz (BKleingG) gedeckelt: Die Pacht darf das Vierfache des ortsüblichen Pachtzinses für landwirtschaftliche Grundstücke nicht übersteigen.

PachtspanneBetrag/m²/JahrBeispiel 200 m²
Günstig (Sachsen, Thüringen)0,04–0,06 €8–12 €/Jahr
Mittel (NRW, Bayern)0,06–0,10 €12–20 €/Jahr
Teuer (Berlin, Hamburg)0,10–0,20 €20–40 €/Jahr

Bei einer typischen Parzelle von 200 m² in Berlin zahlst du also rund 20–40 Euro Pacht pro Jahr — das sind kaum mehr als 3 Euro im Monat. So günstig ist kaum ein anderer grüner Rückzugsort in der Großstadt.

Jahresbeitrag im Kleingärtnerverein: 100–400 € pro Jahr

Zusätzlich zur Pacht erhebt jeder Verein einen Mitgliedsbeitrag. Dieser deckt gemeinschaftliche Ausgaben wie Pflege der Wege, Versicherungen des Vereins, Wasserversorgung und Verwaltungskosten.

  • Kleiner Verein auf dem Land: 80–150 € pro Jahr
  • Mittlerer Stadtverein: 150–250 € pro Jahr
  • Großer Verein in Ballungsräumen: 250–400 € pro Jahr
  • Zusätzliche Umlagen für Wasser/Strom möglich

Manche Vereine teilen den Jahresbeitrag in Grundbeitrag plus Nutzungsgebühren für Wasser und Strom auf. Frag beim Wunschverein immer nach der genauen Aufschlüsselung.

Einmalige Übernahmekosten: Der größte Kostenpunkt

Wenn du eine bereits bepflanzte Parzelle mit Laube übernimmst, fällt eine einmalige Ablösezahlung an. Das ist häufig der teuerste Teil — und wird oft unterschätzt.

Wert der Laube (Taxwert)

Die Laube wird nach dem Bundeskleingartengesetz bewertet. Erlaubt sind einfache Gartenlauben bis 24 m² Grundfläche. Der Taxwert liegt typischerweise zwischen 1.000 und 12.000 Euro, abhängig von Zustand, Alter und Ausstattung.

Pflanzen und Gartengestaltung

Obstbäume, Sträucher, Rasen, Beete — all das hat einen bewerteten Wert. Bei einem gut gepflegten Garten kommen hier schnell 500–3.000 Euro zusammen.

Aufnahmegebühr des Vereins

Viele Vereine verlangen eine einmalige Aufnahmegebühr von 50–200 Euro.

KostenpositionTypische Spanne
Laube (Taxwert)1.000–12.000 €
Pflanzen & Gartengestaltung300–3.000 €
Aufnahmegebühr Verein50–200 €
Gesamt (Mittelwert)2.000–8.000 €

Laufende Betriebskosten im Überblick

Neben Pacht und Vereinsbeitrag entstehen noch weitere laufende Kosten, die du einkalkulieren solltest.

  • Wasser: 20–60 € pro Saison (je nach Verbrauch und Vereinstarif)
  • Strom (falls vorhanden): 30–80 € pro Jahr
  • Gartenversicherung: 30–80 € pro Jahr (oft über Verein)
  • Werkzeug & Pflanzmaterial: 50–200 € pro Jahr
  • Gemeinschaftsstunden: oft 4–8 Stunden/Jahr oder Ablöse à 10–15 €/Stunde

Kostenvergleich nach Bundesland

Die regionalen Unterschiede bei den Gesamtkosten sind erheblich. In ostdeutschen Bundesländern sind Kleingärten oft deutlich günstiger — sowohl bei der Pacht als auch bei den Übernahmekosten.

BundeslandPacht/m²/JahrJahresbeitrag ca.Übernahme ca.
Berlin0,12–0,20 €250–400 €3.000–10.000 €
Hamburg0,09–0,15 €200–300 €2.000–8.000 €
Bayern (München)0,08–0,12 €200–350 €2.500–9.000 €
NRW0,06–0,10 €150–250 €1.500–6.000 €
Sachsen0,04–0,07 €100–180 €500–3.000 €
Sachsen-Anhalt0,04–0,06 €80–150 €300–2.000 €

5 Tipps, um Kosten zu sparen

  1. 1Kleingarten ohne Laube suchen: Kein Taxwert, keine Ablöse für Laubenausstattung — du baust deine Laube selbst (Baugenehmigung des Vereins beachten).
  2. 2Vereine in Randlagen wählen: Vereine am Stadtrand oder in kleineren Städten sind günstiger als zentrale Anlagen.
  3. 3Herbst anfragen: Im Herbst geben mehr Gärtner ihre Parzellen ab — Verhandlungsspielraum ist größer.
  4. 4Taxierung kritisch prüfen: Lass den Taxwert der Laube von einer unabhängigen Person oder dem Verband prüfen. Er ist oft verhandelbar.
  5. 5Gemeinschaftsstunden leisten: Wenn du die Pflichtstunden selbst leistest statt ablöst, sparst du 80–150 € pro Jahr.
💡 Fazit: Ein Kleingarten kostet im laufenden Betrieb 200–600 € pro Jahr — deutlich weniger als viele erwarten. Der größte Posten ist die einmalige Übernahme. Mit der richtigen Suche findest du auch hier günstige Angebote.

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